Malediven

Geschichte der Malediven und Kuramathis

Wer als Tourist auf die Malediven kommt, sieht in erster Linie nur die wenigen Gebäude, die das jeweilige Urlaubsresort zu bieten hat. Deshalb könnte man fast meinen, daß die Geschichte der Malediven in wenigen Worten erzählt ist. Aber ganz im Gegenteil! Ausgrabungen und archäologische Untersuchungen beweisen, dass die Malediven auf eine lange und zum großen Teil noch unbekannte Geschichte zurückschauen können.

Thor Heyerdahl vermutete aufgrund seiner bisherigen Erkenntnisse, dass die Malediven bereits lange vor der Bekehrung zum Islam im Jahr 1153 ausgeprägt besiedelt und bewirtschaftet wurden. In den 80iger Jahren erhielt er Gelegenheit diese Vermutungen genauer zu erforschen und wurde von der maledivischen Regierung zu Forschungen eingeladen. Doch wo sollte er seine Suche beginnen? Denn immerhin warteten ca. 1190 Inseln darauf erforscht zu werden. Doch seine Kenntnisse über frühe Seefahrt zogen ihn sehr schnell zu den Inseln am Äquator und in den Norden der Malediven. Hier wurde er fündig und konnte nachweisen, dass bereits lange vor den großen Seefahrern wie Christopher Columbus andere Völker auf dem großen Weltmeer unterwegs waren und die Inseln der Malediven besiedelten.

Thor Heyerdahl fand pyramidenähnliche Gebäude, die auf eine Besiedelung im 5. Jahrhundert v. Chr. von Singhalesischen Buddhisten schließen lassen. Aber damit nicht genug. Bauschutt im Inneren der Pyramiden und Baufragmente an den Außenwänden sowie Phallussymbole zeigten eindeutige Anzeichen einer früheren Kultur. Die Malediven waren also eindeutig schon früher besiedelt.

Eine dieser Pyramiden findet sich noch heute auf Fua Mulaku. Dieses Zeitzeugnis musste allerdings genauso unter radikalen Geschichtsverdrängungen leiden, wie viele andere Zeugnisse auch. So wurden zahlreiche Buddhafiguren oder Phallussymbole während der Ausgrabungsarbeiten und danach gezielt zerstört.





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Liegt ein großer Teil dieser frühen maledivischen Geschichte noch im Dunkeln, so ist die neuere Geschichte ab 1153 einfacher zu beleuchten. Denn in diesem Jahr fand die Bekehrung vom Buddhismus zum Islam durch Abu-Al-Barakat statt. Theemugey Maha Kalaminja, der Herrscher der Malediven, trat zum Islam über, begründete das erste Sultanat und nannte sich Mohammed Ibn Abdulla. Der Islam wurde zur Staatsreligion und es begann die gesicherte und schriftliche Geschichtsschreibung.

Auch die Malediven waren von der Phase der Kolonialgeschichte betroffen. 1558 besetzten die Portugiesen die Malediven und versuchen eine Christianisierung zu erzwingen. Dies scheiterte jedoch und bereits 1573 wurden die Portugiesen wieder von den Malediven vertrieben.

In den folgenden Jahrhunderten erlangten die Niederländer, gefolgt von den Briten einen gewissen Einfluß auf den Malediven. 1887 werden die Malediven Britisches Protektorat. 1932 wird die erste Verfassung der Malediven erstellt und 1953 entsteht für eine kurze Zeit eine Republik, die nur wenig später wieder zurück in ein Sultanat verwandelt wird. Erst 1965 erlangen die Malediven die Unabhängigkeit, um 3 Jahre später die zweite Republik zu gründen.

1972 öffnen sich die Malediven für den Tourismus. Auf Kurumba und Bandos entstehen die ersten Touristeninseln. 1975 folgte eine erste Hotelanlage auf Kuramathi. In den nächsten Jahren wuchs die Insel auf bis zu vier Anlagen (Kuramathi Village, Coconut Village, Cottage Club, Blue Lagoon Beach) an, die 2009 zu einer Anlage zusammengefasst wurden: Kuramathi Island Resort.